Starke Dynamik, neue Rekorde und klare Trends
Die Schweiz setzt ihren beeindruckenden Gründungsboom fort. Im Februar 2026 wurden insgesamt 4’968 neue Unternehmen ins Handelsregister eingetragen – ein starkes Signal für die wirtschaftliche Vitalität des Landes. Gegenüber Januar 2026 entspricht das einem Anstieg von 13 Prozent, und auch im Vorjahresvergleich zeigt sich ein Plus von 3,2 Prozent. In diesem Artikel analysieren wir die wichtigsten Zahlen, die regionalen Schwerpunkte, die führenden Branchen und was die Entwicklung für Gründerinnen und Gründer im Jahr 2026 bedeutet.
→ Gründungsboom in der Schweiz
Die wichtigsten Zahlen im Überblick
Der Februar 2026 hat die bereits positive Dynamik des Jahresbeginns deutlich verstärkt. Nach einem verhaltenen Januar mit rund 4’400 Neugründungen zog die Gründungstätigkeit spürbar an. Die offiziellen Daten des Schweizerischen Handelsamtsblatts (SHAB) zeichnen ein differenziertes Bild der aktuellen Wirtschaftslage.
| Kennzahl | Februar 2026 |
| Neugründungen | 4’968 |
| Veränderung ggü. Januar 2026 | +13 % |
| Veränderung ggü. Februar 2025 | +3,2 % |
| Löschungen | 2’808 |
| Mutationen | 18’975 |
| Liquidationen (neu eingeleitet) | 374 |
Gleichzeitig ging die Zahl der Firmenlöschungen gegenüber dem Vormonat um 7 Prozent zurück, was auf eine leichte Entspannung bei den Marktaustritten hindeutet. Im Jahresvergleich blieb die Zahl der Löschungen mit einem Plus von rund 1 Prozent weitgehend stabil. Die Handelsregister-Mutationen lagen bei knapp 19’000 Einträgen – ein Rückgang von 6 Prozent gegenüber Januar. Auffällig: Die Zahl der neu eingeleiteten Liquidationen stieg um 23 Prozent, was auf strukturelle Bereinigungen in einzelnen Branchen hindeuten könnte.
Regionale Verteilung: Wo wird am meisten gegründet?
Die kantonale Verteilung der Neugründungen zeigt, dass die Wirtschaftszentren der Schweiz auch 2026 die Gründungsaktivität dominieren. Ein exemplarischer Stichtag – der 25. Februar 2026 – verdeutlicht die räumlichen Schwerpunkte besonders anschaulich: An diesem einzelnen Tag wurden schweizweit 197 neue Unternehmen eingetragen.
| Kanton | Neugründungen (25.02.2026) |
| Zürich (ZH) | 39 |
| Waadt (VD) | 21 |
| Genf (GE) | 19 |
| St. Gallen (SG) | 16 |
| Luzern (LU) | 13 |
| Übrige Kantone | 89 |
Zürich führt das Ranking mit deutlichem Abstand an und untermauert seine Position als wichtigster Wirtschaftsstandort des Landes. Die Westschweizer Kantone Waadt und Genf belegen die Plätze zwei und drei – traditionell starke Standorte für internationale Unternehmen und Start-ups. Bemerkenswert ist auch die Präsenz von St. Gallen und Luzern unter den Top 5, was die zunehmende Bedeutung der Zentral- und Ostschweiz im Gründungsgeschehen unterstreicht.
Bereits im Gesamtjahr 2025 hatte die Zentralschweiz mit einem Plus von 13,3 Prozent das stärkste regionale Wachstum bei den Neugründungen verzeichnet. Zürich (+5,7 %), die Nordwestschweiz (+5,6 %) und die Südwestschweiz (+4,3 %) folgten dahinter. Die Ostschweiz wuchs moderat um 1 Prozent, während das Tessin als einzige Region einen leichten Rückgang verzeichnete.
Rückblick 2025: Rekordjahr als solide Basis
Um die Februar-Zahlen richtig einzuordnen, lohnt sich ein Blick auf das vorangegangene Gesamtjahr. 2025 war ein historisches Rekordjahr für Firmengründungen in der Schweiz: Laut der Jahresstudie des IFJ Institut für Jungunternehmen wurden insgesamt 55’654 neue Firmen ins Handelsregister eingetragen. Das bedeutet ein Plus von 5,1 Prozent gegenüber dem bisherigen Rekord von 2024 und liegt 34,7 Prozent über dem Niveau von vor zehn Jahren.
In 20 von 26 Kantonen nahm die Zahl der Neugründungen zu. Besonders dynamisch zeigten sich die Kantone Zug (+19 %), Appenzell Innerrhoden (+17,1 %) und Obwalden (+16,9 %). Rückläufig waren hingegen Uri, Glarus und Appenzell Ausserrhoden. Das zeigt: Die Gründungswelle erfasst breite Teile des Landes, ist aber regional unterschiedlich stark ausgeprägt.
Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre wurden jährlich rund 48’000 neue Firmen gegründet. Mit den über 55’600 Neueinträgen lag 2025 fast 16 Prozent über diesem Mittelwert. Diese Entwicklung setzt sich 2026 nahtlos fort und deutet darauf hin, dass auch das laufende Jahr einen neuen Höchststand erreichen könnte.
Die beliebtesten Branchen für Firmengründungen
Die Branchenanalyse zeigt eine bemerkenswerte Vielfalt im Schweizer Gründungsgeschehen. Die drei führenden Branchen im Jahr 2025 waren Beratung, Handwerk und Immobilienwesen – ein Muster, das sich auch Anfang 2026 fortsetzt.
| Branche | Gründungen 2025 | Anteil |
| Beratung | 5’829 | 10,5 % |
| Handwerk | 5’733 | 10,3 % |
| Immobilienwesen | 5’235 | 9,4 % |
| B2B & B2C Dienstleistungen | 4’353 | 7,8 % |
| Architektur & Ingenieurwesen | 4’284 | 7,7 % |
Der Beratungssektor steht mit über 10 Prozent aller Neugründungen an der Spitze. Das spiegelt den anhaltenden Bedarf an spezialisierter Expertise in Bereichen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Unternehmensführung wider. Das Handwerk profitiert von der robusten Bautätigkeit und dem Fachkräftemangel, der viele Handwerker in die Selbständigkeit treibt. Und das Immobilienwesen bleibt angesichts der anhaltend hohen Nachfrage nach Wohnraum und Gewerbeflächen ein Dauerbrenner.
Technologie und Innovation: Die Wachstumstreiber 2026
Neben den klassischen Dienstleistungsbranchen prägen zunehmend technologiegetriebene Gründungen das Bild. Die Schweiz hat sich in den vergangenen Jahren als eines der führenden Start-up-Ökosysteme Europas etabliert. Besonders vier Bereiche stechen hervor:
- Künstliche Intelligenz: Zahlreiche Start-ups entwickeln KI-Lösungen für Industrie, Software und Datenanalyse. Von Gesichtserkennung über Prozessautomatisierung bis hin zu generativer KI – die Gründungsdynamik in diesem Sektor ist enorm.
- Health- und Biotech: Ein erheblicher Anteil der Investitionen fliesst weiterhin in medizinische Technologien. Die Schweiz profitiert hier von der Nähe zu Weltklasse-Hochschulen wie der ETH Zürich und der EPFL.
- Nachhaltigkeit und Cleantech: Technologien für nachhaltige Landwirtschaft, erneuerbare Energien und Umweltschutz gewinnen an Bedeutung. Unternehmen wie Ecorobotix zeigen, wie Innovation und Nachhaltigkeit zusammenwirken.
- Robotik und Automatisierung: Autonome Systeme für Industrie und Logistik bilden ein weiteres starkes Gründungsfeld, das von der Schweizer Präzisionsingenieurkultur profitiert.
Rechtsformen: GmbH bleibt Favorit, AG legt stark zu
Bei den Rechtsformen zeichnet sich eine interessante Verschiebung ab. Die GmbH bleibt die beliebteste Rechtsform bei Neugründungen und verzeichnete 2025 ein Plus von 8,3 Prozent. Noch stärker wuchsen die Aktiengesellschaften mit einem Zuwachs von 9,7 Prozent. Rückläufig war hingegen die Zahl der Einzelfirmen und Kollektivgesellschaften. Diese Entwicklung deutet auf eine veränderte Risikobeurteilung vieler Gründer hin: Immer mehr setzen auf Kapitalgesellschaften mit beschränkter Haftung.
Was kostet eine Firmengründung 2026?
Die Kosten für eine Firmengründung in der Schweiz variieren je nach Rechtsform erheblich. Eine Einzelfirma lässt sich bereits ab rund CHF 250 bis 370 gründen und erfordert kein Mindestkapital. Eine GmbH-Gründung kostet ab circa CHF 1’000 (zzgl. CHF 20’000 Stammkapital), und für eine AG muss mit mindestens CHF 1’200 an Gründungskosten plus CHF 50’000 bis 100’000 Aktienkapital gerechnet werden. Zusätzlich fallen kantonale Handelsregistergebühren von CHF 120 bis 800 an.
Die Gründungsdauer hängt ebenfalls von der Rechtsform ab: Während eine Einzelfirma in ein bis drei Tagen stehen kann, dauert die Gründung einer GmbH oder AG in der Regel zwei bis drei Wochen inklusive Handelsregistereintrag. Zahlreiche Online-Anbieter wie Firmify oder NewCo haben den Prozess mittlerweile stark digitalisiert und bieten vollständig online abwickelbare Gründungen an.
Der Trend zur Teilselbständigkeit
Ein besonders auffälliger Trend der letzten Jahre setzt sich auch 2026 fort: die Teilselbständigkeit. Immer mehr Gründerinnen und Gründer starten ihr Unternehmen parallel zu einer bestehenden Anstellung. Der Hauptgrund liegt in der Risikoabwälzung – ein festes Einkommen bietet Sicherheit, während das eigene Unternehmen wachsen kann.
Laut Bundesamt für Statistik sind derzeit rund 14 Prozent aller Erwerbstätigen in der Schweiz selbständig. Der Wunsch nach mehr beruflicher Freiheit, flexibler Zeiteinteilung und der Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen, treibt die Gründungszahlen weiter nach oben. Die günstigen Rahmenbedingungen in der Schweiz – politische Stabilität, niedrige Bürokratie und ein starkes Unterstützungsnetzwerk – machen den Schritt in die Selbständigkeit besonders attraktiv.
Liquidationen und Firmenschliessungen: Kehrseite der Dynamik
Wo viele Firmen gegründet werden, verschwinden auch regelmässig Unternehmen vom Markt. Im Februar 2026 wurden 374 Unternehmen neu in Liquidation gesetzt, gestützt auf Artikel 731b des Obligationenrechts wegen Organisationsmängeln. Das entspricht einem Anstieg von 23 Prozent gegenüber dem Vormonat.
Diese Entwicklung ist jedoch kein Alarmsignal. Experten betonen, dass eine hohe Gründungs- und Schliessungsdynamik Ausdruck einer gesunden, sich erneuernden Wirtschaft ist. Auch eine Änderung des Bundesrechts seit Januar 2025 trägt zu höheren Konkurszahlen bei: Öffentlich-rechtliche Forderungen werden seither nicht mehr auf dem Weg der Pfändung, sondern über das Konkursverfahren betrieben. Dies setzt verschuldete Unternehmen einem erhöhten Insolvenzrisiko aus.
Ausblick: Was 2026 für Gründerinnen und Gründer bereithält
Die Zeichen stehen gut für ein weiteres starkes Gründungsjahr. Mehrere Faktoren sprechen dafür, dass 2026 das Rekordniveau von 2025 erneut übertreffen könnte:
- Digitalisierungsschub: Die fortschreitende Digitalisierung aller Wirtschaftsbereiche schafft laufend neue Geschäftsmöglichkeiten – von E-Commerce über SaaS-Lösungen bis zu KI-Dienstleistungen.
- Vereinfachte Gründungsprozesse: Online-Gründungsplattformen machen den Schritt in die Selbständigkeit einfacher denn je. Notartermine, Handelsregistereintrag und Kapitaleinzahlung lassen sich zunehmend digital abwickeln.
- Energiewende und Nachhaltigkeit: Gesetzliche Vorgaben und gesellschaftlicher Druck eröffnen neue Märkte in den Bereichen Cleantech, nachhaltige Mobilität und zirkuläre Wirtschaft.
- Starke Hochschullandschaft: Die Kombination aus exzellenten Universitäten, internationalem Talent und einer aktiven Investorenlandschaft bleibt ein entscheidender Standortvorteil der Schweiz.
Tipps für angehende Gründerinnen und Gründer
Wer 2026 in der Schweiz eine Firma gründen möchte, sollte einige zentrale Punkte beachten. Eine Firmengründung folgt klaren Schritten, und die richtige Reihenfolge spart Zeit und Kosten. Rechtsform, Startkapital, Versicherungen und Administration greifen ineinander und sollten gemeinsam geplant werden.
Wichtig ist, nicht nur die formelle Gründung zu budgetieren, sondern auch die Anlaufphase – denn in den ersten Monaten sind Einnahmen oft noch unregelmässig. Pflichtversicherungen wie die AHV müssen früh geklärt werden, und je nach Rechtsform ist ein Handelsregistereintrag zwingend. Die Mehrwertsteuerpflicht greift ab einem Jahresumsatz von CHF 100’000.
Unterstützungsangebote gibt es reichlich: Das IFJ Institut für Jungunternehmen bietet praxisnahe Kurse, digitale Tools und Coaching-Programme an. Auch Institutionen wie PostFinance, AXA und diverse Treuhandunternehmen haben spezialisierte Angebote für Gründerinnen und Gründer.
Fazit: Die Schweiz bleibt Gründungsland Nummer eins
Die Firmengründungen im Februar 2026 bestätigen den langfristigen Aufwärtstrend des Schweizer Unternehmertums. Mit fast 5’000 Neugründungen in einem einzigen Monat, einer breiten Branchenvielfalt und einer zunehmenden regionalen Streuung zeigt sich die Schweizer Wirtschaft innovativ und anpassungsfähig.
Die Kombination aus politischer Stabilität, einer hervorragenden Infrastruktur, verlässlichen Rahmenbedingungen und einer lebendigen Start-up-Kultur macht die Schweiz zu einem der attraktivsten Gründungsstandorte weltweit. Wer den Schritt in die Selbständigkeit wagt, findet hier optimale Voraussetzungen – ob als Beraterin in Zürich, als Handwerker in Luzern oder als Tech-Gründer im Raum Zug.
Die Zahlen sprechen für sich: Die Schweiz ist und bleibt ein Land der Gründerinnen und Gründer.


